Das bewegt die Logistikbranche 2019

"Logistik: Fundament der Wirtschaft"

Das ist das Leitthema der Logistik.Initiative.Austria für das Kalenderjahr 2019.
HtW möchte Sie in diesem Blogbeitrag über die wichtigsten Themen informieren. So haben Sie mit wenig Zeitaufwand einen Überblick und können beim nächsten Meeting vorne mitreden.

von Jeanine Windbacher

Warum es wichtig ist, aktuelle Themen mitzuverfolgen

Nichts ist wichtiger im Beruf, als Weiterbildung. Vor allem in Branchen, die sich sehr schnell weiterentwickeln und sich an globale Änderungen und Situationen anpassen müssen. Vor allem die Logistik- und Transportbranche muss aktuelle Trends im Blick haben, um zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen und Maßnahmen zu treffen.

Wir haben für Sie die wichtigsten Kernthemen dieses Jahres zusammengefasst und für Sie kurz und trotzdem informativ zusammengefasst. Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit unserem neuen Blogbeitrag.

Mitarbeitergewinnung und Nachwuchsförderung

Transport- und Logistikunternehmen kämpfen massiv um Arbeitskräfte. Durch den Mangel an LKW - Fahrern droht der Transportbranche ein Stillstand, da Sie für weitere Expansionsschritte in Zukunft nicht oder nicht ausreichend gerüstet sind. Gezielte Informations- und Fördermaßnahmen, sowie eine Optimierung der Aus- und Fortbildungsangebote sollen dem entgegenwirken. Spezialisierte Fachkräfte, ob Gefahrgutexperten, Speditionskaufleute oder Supply Chain Manager sind schwer zu finden, da das Arbeitsmarktpotenzial der Branche zu wenig bekant ist. Die Logistikbranche soll nämlich auch in Zukunft einer der wichtigsten Job-Motoren in der Wirtschaft bleiben.

Alternative Mobilitätskonzepte

Die Diskussion um Mobilitätskonzepte der Zukunft wird zu einseitig geführt. Für eine stärkere Elektrisierung des Verkehrs wäre eine völlig neue Infrastruktur nötig. Dagegen könnten andere Antriebskonzepte mit Flüssiggas (LPG), Erdgas (CNG) oder Wasserstoff ökologische Vorteile erzielen und dazu noch schneller und kosteneffizienter im Bereich des Straßen-Güterverkehrs sein. Erdgas beispielsweise gilt als sauberster fossiler Kraftstoff, der auch synthetisch hergestellt werden kann. Rein elektrische Antriebskonzepte sind über den gesamten Lebenszyklus betrachtet nicht so ökologisch wie angenommen. Hier fehlt eine objektive Betrachtung der Materie für eine langfristige Strategie.

Verkehrskonzepte für Ballungszentren

Die Stadtplanung nimmt zu wenig Rücksicht auf den stetig zunehmenden Güterverkehr. Eine effiziente und ökologische Verkehrsplanung benötigt leistbare Abstell- und Umladeflächen um für die Logistik langfristig Raum zu schaffen. Platzschaffung für sogenannte Logistik-Hubs kann dazu beitragen, den städtischen Verkehr auch in Zukunft flüssig zu gestalten, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und Kosten aufgrund von Staus und Unfällen zu vermeiden. Angesichts der großen Bedeutung des Transportsektors für die heimische Wirtschaft muss stellenweise über eine höhere Priorisierung des Güterverkehrs gegenüber des Individualverkehrs nachgedacht werden.

Digitale Transformation: Die Logistik der Daten

Eine Digitalisierung der Daten für jegliche Geschäftsabläufe, vor allem aber für die Transport- und Logistikbranche wird in Zukunft ein wichtiges Thema. Die Datenmengen, die jedes Produkt, jede Dienstleistung, jeder Produktions- und Logistikablauf verursachen, nimmt enorm zu. Das perfekte Zusammenspiel der Daten- und Warenlogistik wird mit neuen Technologien wie Blockchain und Artificial Intelligence einen höheren Stellenwert für die Wettbewerbsfähigkeit in den verschiedenen Branchen erhalten. Die Politik steht nun in der Pflicht die benötigten Infrastrukturmaßnahmen schnellstmöglich voranzutreiben um Österreich als Logistikstandort weiterhin attraktiv zu machen.

E-Commerce: Neue Chancen und Challenges

Die Paketdienstbranche boomt wie nie zuvor. Zusammen mit den Spediteuren entstehen neue Transport- und Logistikservices. Gleichzeitig verändern sich Logistik- und Lagerstrukturen grundlegend: Weg von der zentralen Lagerhaltung hin zu dezentralen Lagern und Cross-Docking-Strukturen. Aufgrund der Zeitsensibilität, die von Waren und dem Markt gefordert werden, wird derzeit massiv in eine moderne Lagerorganisation investiert. Diese Entwicklung fordert eine andere Ausbildung einerseits und neue Verkehrsstrategien andererseits.

Infrastruktur - Offensive

Die Zukunftschancen einer von China aus bereits initiierten neuen Transportbrücke zwischen Europa und Asien wurden seitens der Politik bisher nicht richtig eingeschätzt. Während sich sowohl ÖBB und die Wirtschaftskammer Wien dafür stark machen, sitzt die Bundespolitik nach wie vor eher im Beobachterstuhl. Das Versäumnis eines österreichischen Ex-Verkehrsministers bei einem Gipfelgespräch zu der neuen Seidenstraße sprach Bände für diese Haltung. Jetzt fordert die Logistikbranche umso mehr ein Gegensteuern. Denn hier geht es um die Zukunft der österreichischen Transport- und Logistikbranche, darüber hinaus auch um die zukünftige Rolle der österreichischen Wirtschaft im Welthandel.

Gefahrgutbeförderung und -lagerung

Der Umgang mit Gefahrgut erfolgt in Österreich zu leichtfertig. Oft ist Unwissenheit im Spiel, nicht selten wird aber darauf gehofft, dass die zuständigen Ämter und Behörden durch Ihre Ressourcenknappheit die notwendigen Überprüfungen hinsichtlich einer sachgemäßen Lagerung und Verpackung, sowie den richtigen Transport, nicht durchführen. Aus diesem Grund sind viele "Zeitbomben" auf heimischen Straßen unterwegs. Aber auch in Lagerhäusern neben bewohnten Gebieten drohen Gefahren im Brand- oder Explosionsfall, nicht nur für die Mitarbeiter sondern auch für die Personen der benachbarten Gebiete.

Verkehrswende für die Nachhaltigkeit

Die Politik verfolgt immer konsequenter internationale und nationale Klimaschutzziele und reagiert verstärkt mit Förderungen und legistischen Maßnahmen im Bereich Mobilität. In diesem Zusammenhang muss ein intensiver Meinungsaustausch zwischen Politik und der Transport- und Logistikwirtschaft vorangetrieben werden, damit die geforderte Ökologie im Einklang mit ökonomischen Voraussetzungen der Branche gebracht werden kann.

Wohin geht die Route 2020?

Wenn man sich mit den Themen des Jahres 2019 auseinandergesetzt hat, und das haben Sie bereits nach Lesen dieses Artikels, dann lassen sich hier Trends und eine Entwicklung für das Jahr 2020 ableiten. Es geht weg von zentralen Lagerstätten und hin zu dezentralen Lagern. Auch die „neue Seidenstraße“ wird ein wichtiges Thema für die Logistikbranche bleiben. Wie sich Österreich als Logisitkstandort positionieren kann bleibt abzuwarten. Wichtig ist hier eine unvoreingenommene Gesprächsbasis zwischen Politik und Wirtschaft um ökonomische und ökologische Aspekte für alle Parteien zufriedenstellend zusammenzuführen.

Inhalte: Logistik Initiative Austria | Themen des Jahres 2019

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